Auch mich hat es erwischt. Aber hat sie es nicht schön gemacht, unsere Teamassistentin?

Sich unentwegt steigern zu müssen, damit uns die Arbeit erhalten bleibt, wenn eigentlich der materielle Mangel überwunden ist - das ist doch pervers.

Hartmut Rosa, Zeitsoziologe an der Universität Jena und Buchautor

zitiert in: VDI-Nachrichten Nr. 1/2/2014, 10. Januar 2014, Seite 27

Das ist so ein Jahresrhythmus bei mir; diesmal wieder stark ausgeprägt. Im November und Dezember hänge ich durch, kriege so gut wie gar nichts auf die Reihe. Allerdings finde ich das ganz normal in einer Jahreszeit, in der es kühler, dunkler, die Tage kürzer werden und in alten Zeiten die Arbeit auf den Feldern stark zurückgefahren wurde. Das Zur-Ruhe-Kommen, die Kontemplation, auch verstärktes Schlafbedürfnis - alles typische und nachvollziehbare Reaktionen auf die Veränderungen, die der Spätherbst mit sich bringt.

Weihnachten und Sylvester sind für mich immer schwerwiegende Pflichthürden, die bewältigt werden müssen. Wie schön ist dann doch der Januar: Man hat die Feste überwunden, hat vielleicht noch ein paar Tage Urlaub, aber keine Verpflichtungen mehr. Schlagartig mit dem Jahreswechsel bin ich wieder aktiv geworden: ich treibe nach vier Monaten Pause wieder regelmäßig Sport, lese viel und plane wieder alle möglichen Projekte. Januar ist ein guter Monat, um vorsätzig zu werden.

Verzeihen heißt bereit sein für neue Enttäuschungen.
Sieh' an, wenn du nicht bei mir bist, so ist es dasselbe, als wärest du gar nicht -- ich wäre auch nicht Mutter, was sollte ich sonst sein, was könnte ich werden? Hart Einst hab' ich dich in diesem Gemach zur Welt gebracht: da gab ich mein Leben an deins weiter, denn kein anderes Leben hast du als meines. Ich wurde mein Sohn, und nur, weil ich von dir Liebe empfing, gabst du mir zum eigenen Leben so viel zurück, wie ich zur Notdurft brauchte. Du hast mein Leben empfangen, das vergiß nicht, und wenn du fort bist, wer soll mir Leben schaffen? Alles, was mein ist, hast du im Besitz, wenn du es mit dir in die Zukunft trägst, so muß ich darben und sterben.

Ernst Barlach im 1. Akt seines Dramas "Der tote Tag" aus dem Jahr 1912

Das Ergebnis kam ja nun wenig überraschend: Joachim Gauck wurde heute von der Bundesversammlung mit überwältigender Mehrheit zum elften Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt.
Seine Antrittsrede hat mich berührt. Und das hat mich überrascht. Da redet jemand über Demokratie, Freiheit, Verantwortung, Bürgerrepublik - und es kommt für mich total authentisch und überzeugend rüber. Es rührt mich, dass ein Politiker solch altmodische Begriffe in den Mund nehmen kann und ich ihm einfach glaube.

Schon während der Rede fragte ich mich: Wenn irgendein anderer aktueller Politker - sei es Merkel, Rösler, Westerwelle, Seehofer, Steinmüller, wer auch immer - die gleiche Rede mit dem gleichen Wortlaut gehalten hätte - wie hätte es auf mich gewirkt?
Ich hätte es wohl keinem aus der Clique abgenommen.

*

Überhaupt war diese Bundesversammlung, vor allem im direkten Vergleich zur letzten, eine gute Veranstaltung.
Auch Norbert Lammerts Begrüßungsrede, launig, aber gehaltvoll, hat mich überzeugt. Ich möchte sie hier ebenfalls festnageln:

Science fiction is a branch of fantasy identifiable by the fact that it eases the 'willing suspense of disbelieve' on the part of its readers by utilizing an atmosphere of scientific credibility for its imaginative speculations in physical science, space, time, social science, and philosophy.

Übersetzung: Science Fiction ist ein Subgenre der Phantastik, das sich dadurch auszeichnet, dass sie die 'bereitwillige Spannung des Zweifels' auf Seiten seiner Leser entschärft, indem sie eine Atmosphäre wissenschaftlicher Glaubwürdigkeit einsetzt für ihre erfindungsreichen Spekulationen in Physik, Raum, Zeit, Sozialwissenschaften und Philosophie.

Sam Moskowitz: Explorers of the Infinite. Shapers of Science Fiction
Westport Connecticut 1974 (EA 1963), S. 11

zitiert in: Angela und Karlheinz Steinmüller:
Die Geburt aus der SF aus dem Geist des 19. Jahrhunderts
in: Woher? Wohin?, Eine Anthologie zum 10. Elstercon in Leipzig
hrsg. vom Freundeskreis der Science Fiction Leipzig e.V., 2010, Seite 196

dt. Übersetzung von mir, 2012

Grundsätzlich sind wir der Ansicht, dass Konkurrenz zur Meinungsvielfalt beiträgt und den Investoren ein breiteres Spektrum für die eigene Entscheidungsfindung gibt.

Torsten Hinrichs, Deutschland-Chef der Ratingagentur "Standard & Poor's" auf die Frage, ob S&P eine angedachte europäische Ratingagentur fürchte

zitiert in: VDI-Nachrichten Nr. 28/29/2011, 15. Juli 2011, Seite 21

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Klartext: Wenn mehr Meinungen am Markt sind, kann sich jeder die passende raussuchen. Autsch!

Als ich bei Lufthansa ... anfing, ... war es ein geflügeltes Wort, dass Karrieren beim Pinkeln entschieden werden. ... Karrierepolitik findet in geschlossenen Räumen statt, wo nicht jeder Zutritt hat.

Thomas Sattelberger, Personalvorstand Deutsche Telekom

zitiert in: VDI-Nachrichten Nr. 23/2011, 10. Juni 2011, Seite 17

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Deshalb sind Sitzpinkler karrieretechnisch ganz schön am A****.

In der Verleser-Rubrik sammele ich Zitate, bei deren Lektüre ich mich auf irgendeine amüsante Weise verlesen habe.
Los geht es mit einer Notiz auf web.de zur aktuellen Griechenland-Krise:

Falsches Geld von der EU verhindert Staatsbankrott in Griechenland.

Im Original stand "Frisches Geld..."

Was hat Pizza mit spiritueller Erleuchtung zu tun?

Richtig! Der Dalai Lama wusste es auch nicht.

Dalai Lama in der australischen Sendung "Today News"

Die neue Definition von Rechtsstaat:
Rechtsstaatlich ist alles, was den momentanen Staatsoberhäuptern recht ist.

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Die Live Video Coverage von Osamas Erschießung wird Druck auf das Auftragskiller-Gewerbe ausüben.
Demnächst verlangen private Auftraggeber den gleichen Service.

Und das in einer wirtschaftlichen Gesamtsituation, die von Inflationsängsten geprägt ist...

Film:Ich bin Nummer Vier
Produktion:USA 2010
Dauer:110 Minuten
Regie:D.J. Caruso
Hauptdarsteller:Alex Pettyfer, Timothy Olyphant, Teresa Palmer, Dianna Agron
Kino:Cinemaxx, Kino 4
Datum:28. März 2011
Uhrzeit:19:00
Wertung:


Worum geht es?
Die Mork..., die Moko..., jedenfalls die, die im vorliegenden Film die Rolle der Klingonen bzw. von Voldemort spielen, haben den Planeten Lorin ausgerottet. Nur neun mit besonderen Gaben ausgestatteten Babies gelang die Flucht zur Erde. Doch die Bösen haben sie ausfindig gemacht und die ersten drei Kids getötet. "John Smith" (Alex Pettyfer) ist Nummer Vier. (weiter)

Film:Wer wenn nicht wir
Produktion:Deutschland 2010
Dauer:126 Minuten
Regie:Andres Veiel
Hauptdarsteller:August Diehl, Lena Lauzemis, Alexander Fehling
Kino:Neues Arena, Kino 1
Datum:15. März 2010
Uhrzeit:19:00
Wertung:


Worum geht es?
Der Film erzählt die Liebesgeschichte zwischen dem Schriftsteller und Verleger Bernward Vesper (August Diehl) und der Pastorentochter und späteren RAF-Terroristin Gudrun Ensslin (Lena Lauzemis).  (weiter)

Film:Der Plan
Produktion:USA 2010
Dauer:110 Minuten
Regie:George Nolfi
Hauptdarsteller:Matt Damon, Emily Blunt, Anthony Mackie
Kino:Cinemaxx, Kino 1
Datum:12. März 2011
Uhrzeit:17:45
Wertung:


Worum geht es?
Dave Norris (Matt Damon) versaut sich die sichere Wahl zum jüngsten Senator aller Zeiten selbst durch einen Unfug. Am Wahlabend trifft er in der Hoteltoilette Baletttänzerin Elise (Emily Blunt), die ihn zu einer ungewöhnlichen Abschiedsrede inspiriert. Einige Tage später trifft Dave im Büro seines Wahlkampfleiters auf seltsame Herren in Uniform, die irgendwelche Manipulationen mit seinem Freund vornehmen.  (weiter)