15 Februar, 2008 23:01
Eine lohnende Ausgabe
Geschrieben von Ralvieh in [Bücher, Beobachtung, Politik, Tagesgeschehen][2 Kommentare] | [0 Trackbacks]
Eigentlich mag ich die Zeitschrift "Psychologie heute" nicht mehr so gern. Zu viele Artikel erschöpfen sich in Platitüden, zu viele modische Trends werden aufgegriffen, zu oft wird über einzelne Studien berichtet, aber die Gesamtschau aller Erkenntnisse auf einem Gebiet vernachlässigt.
Die aktuell vorliegende März-Ausgabe jedoch (richtig gelesen: die März-Ausgabe ist bereits erschienen!) ist sehr lohnend. Denn gleich drei Artikel sind sehr lesenswert:
- Roy F. Baumeister: Wozu sind Männer gut?
- Björn Süfke: Die männliche Angst vor den Gefühlen
- Wolf Schneider: Die neun Mythen der Esoterik
Anmerkung: Unterstriche Stelle in den Zitaten wurden im Original kursiv gedruck, Fettdruck stammt von mir.
Roy F. Baumeister: Wozu sind Männer gut?
Baumeister erforscht die Ursachen für die beobachteten Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Vordergründig vertritt er die These, diese Unterschiede seien Produkte der Kultur, in der die Menschen leben. Kultur selbst ist für ihn wiederum eine evolutionäre Errungenschaft, die das Überleben einer Gruppe sichert. Seine Argumentation erscheint mir nicht immer überzeugend.
Aber das Wichtige an seiner Arbeit: Er lenkt den Blick auf einige Fakten, die bei der Debatte über (Chancen-)Ungleichheit der Geschlechter gewöhnlich übersehen werden.
Tatsächlich sitzen Männer überall an den Schalthebeln der Macht, sie sind immer noch in weitaus größerer Zahl Chef, Minister, Vorstandsvorsitzender, Parlamentarier und so weiter. Daraus zieht die feministische Kritik den Schluß: Männer dominieren nahezu alles, also bevorzugt unser Gesellschaftsmodell Männer.[...]
Der Denkfehler liegt darin, dass man nur auf die Spitze sieht, aber nicht auf das untere Ende der Gesellschaft, [...] Denn dort findet man auch überwiegend Männer. Wer sitzt in allen Ländern dieser Welt am häufigsten im Gefängnis? Wer bettelt oder ist obdachlos? Wer wird in den Krisengebieten dieser Welt verheizt? Wen setzt die Gesellschaft für unangenehme und gefährliche Jobs ein? In überwiegender Zahl Männer. 93 Prozent der tödlichen Berufsunfälle gehen auf Kosten der Männer.
Weiter geht Baumeister auf eine Bemerkung ein, die den ehemaligen Harvard-Präsidenten Larry Summers schließlich zum Rücktritt zwang.
Er fragte, ob dies (= die geringe Zahl von Frauen unter den Topwissenschaftlern der USA, Anm. von mir) allein auf Vorurteile oder Unterdrückung zurückzuführen sei. Warum gibt es so wenige führende Physikerinnen? Sind Frauen auf diesem Gebiet weniger begabt? Summers sah sich dem wütenden Vorwurf ausgesetzt, das alles sei die Schuld des Patriarchats, Männer hielten Frauen davon ab, auch in Naturwissenschaften Topränge zu besetzen. Summers musste zurücktreten.
[...]
Aber Summers hat das (= eine geringere durchschnittliche Intelligenz der Frauen gegenüber den Männern, Anm. von mir) gar nicht behauptet. Er sagte nur, dass es mehr Männer in Spitzenpositionen dieser Fächer gebe. Und das kann sachlich gerechtfertigt sein, auch wenn der durchschnittliche Intelligenzgrad bei beiden Geschlechtern gleich ist. Das träfe nämlich zu, wenn es am anderen Ende der Normalverteilung, also unter den weniger Intelligenten, wesentlich mehr Männer gäbe als Frauen. Niemand hat aber in der heftigen Diskussion [...] darauf geachtet: Es gibt tatsächlich mehr Männer als Frauen mit extrem niedrigem Intelligenzquotienten.
Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern zeigen sich also weniger in den Durchschnittswerten irgendwelcher Begabungen - die liegen in der Tat nur wenig auseinander. Sondern in der statistischen Streuung um den Mittelwert herum. Baumeister fasst zusammen:
An beiden Enden der Verteilung also dasselbe Muster - je weiter man sich vom Mittelwert entfernt, desto stärker sind Männer vertreten. All die geistig zurückgebliebenen Jungen sind nicht das Werk des Patriarchats. Es gibt keine männliche Verschwörung, die Söhne dumm zu halten.[...]
Männer unterliegen dem Würfelspiel der Natur stärker als Frauen - sie sind das extreme Geschlecht. Das betrifft nicht nur den Intelligenzquotienten, sondern auch andere Maße, ja sogar die Körpergröße: [...]
Dieses Muster entdeckt Baumeister schließlich in einem Bereich, der unmittelbar fortpflanzungsrelevant ist, wo man es als Laie aber nicht vermutet hätte. Als ich die folgenden Absätze las, blieb mir buchstäblich die Spucke weg.
Wie viel Prozent unserer Vorfahren waren Frauen? Das ist keine Trickfrage, die Antwort lautet nicht: 50 Prozent. Sicher, etwa die Hälfte aller Menschen, die jemals gelebt haben, waren Frauen. Aber wie hoch ist der Prozentsatz der Menschen, die jemals gelebt haben und von denen es heute noch Nachkommen gibt?
Vor etwas zwei Jahren haben Forschungsarbeiten mit Hilfe der DNA-Analyse festgestellt: Die heutige Menschheit stammt von doppelt so vielen Frauen wie Männern ab. Dies ist die am meisten unterschätze Tatsache über die Geschlechter. Damit dieser Unterschied entstand, müssen im Laufe der gesamten Menschheitsgeschichte etwa 80 Prozent der Frauen, aber nur 40 Prozent der Männer Nachkommen produziert haben.
Jedes Kind hat einen biologischen Vater und eine Mutter, und wenn die Herkuftszahlen von 80:40 Prozent stimmen, dann hatten einige Männer sehr viele Kinder, während ein größerer Teil ohne Nachkommen blieb. [...]
Seine Spekulationen über die Gründe und Folgen für diesen Unterschied lasse ich mal außer acht. Diese Tatsache muss man auf sich wirken lassen: für Frauen ist es normal, dass sie sich fortpflanzen. Für Männer hingegen ist es normal, dass einige Alpha-Männchen viele Kinder zeugen, während viele andere kinderlos blieben.
Björn Süfke: Die männliche Angst vor den Gefühlen
Süfke untersucht die Frage, woher die Tendenz bei Männern kommt, ihre Gefühle zu verdrängen. Seine Erklärung, die man teilen mag oder auch nicht: In unserer Gesellschaft fehlt es den kleinen Jungen an echten männlichen Identifikationsfiguren. Die wichtigste Bezugsperson als Säugling ist die Mutter, weiter geht es mit Kindergärtnerinnen und Lehrerinnen. Ihre Väter sehen die Jungs erst erschöpft nach Feierabend, oder als Eventmanager am Wochenende - nach Süfke zu wenig, um als positive Identifikationsfigur dienen zu können. Auch Männerfiguren in den Medien bieten hierfür keine hinreichende Grundlage.
Aufgrund dieser Tatsache, so Süfke, wählen die Jungs eine "Umwegindentifikation". Da sie aus unmittelbarer Erfahrung nur das kennen, was typisch weiblich ist, definieren sie die männliche Rolle als alles Nicht-Weibliche. Süfke spricht vom "Nicht-Nicht-Mann".
Zu dieser These kann man stehen, wie man will. Spannend wird es, wenn Süfke den Mechanismus beschreibt:
Nun nimmt das Drama seinen Lauf. Die Abgrenzung von der Frau, von der Mutter, von dem als weiblich Angenommenen bedeutet für die Jungen, dass sie jene inneren Anteile, die sie ansonsten nur von Frauen kennen, abspalten müssen: Trauer, Angst, Zärtlichkeit oder das Bedürfnis nach Trost. Denn nach der grausamen Logik der Umwegidentifikation handelt es sich hierbei um Nicht-Mann-Anteile. So lernen Jungen, diese normalen, allgemein-menschlichen Impulse, die immer wieder aus ihrem Inneren heraus entstehen, zu fürchten und am Ende zu verachten. [...] Entscheidend dabei ist, dass nicht nur die Ereignisse, die Trauer, Angst oder Hilflosigkeit auslösen, sondern diese Gefühle an sich gefürchtet und vermieden werden. [...]
Nun lassen sich Gefühle aber nicht einfach ausschalten. Was macht der Nicht-Nicht-Mann, wenn er doch einmal von ihnen "übermannt" wird? Er externalisiert sie. Und holt sich Orientierung und Richtschnur von außen.
Wenn Gefühle Handlungsrichtlinien sind, müssen Männer, denen der Zugang zu diesen Gefühlen weitgehend versperrt ist, Handlungsmotivationen zwangsläufig im Außen suchen, in politischen Ideologien oder beruflichen Zielen. Auch für ihre persönliche Zufriedenheit brauchen Männer oft die Bestätigung von Außen, weil die inneren gefühlsmäßigen Rückmeldungen bezüglich der eigenen Bedürfnisbefriedigung fehlen.[...]
Hmm. Ist das so typisch männlich? Mir fallen auf Anhieb mehr Frauen ein, die unbedingt geliebt werden müssen, um sich nicht minderwertig zu fühlen. Ein gesundes Selbstwertgefühl? Fehlanzeige.
Aber sei's drum: Was auf Männer zutrifft, muss für Frauen nicht zwangläufig falsch sein.
Süfke jedenfalls liefert eine Erklärung, warum sich derart deformierte Männer so gern in hochabstrakte Glaubens- und Gedankensysteme verrennen:
Eine zentrale Folgeerscheinung der fortschreitenden Gefühlsferne vieler Männer ist ihr Hang, besser Zwang zur Abstraktion. Es ist eine notwendige Konsequenz des verwehrten Zugangs zu den eigenen Gefühlen, sein Handeln in der Welt der Ideologien zu stützen. Wer innere Handlungsimpulse nicht wahrzunehmen vermag, ist darauf angewiesen, Verhaltensanleitungen von außen zu erhalten, sich an generellen Prinzipien oder Grundsätzen zu orientieren.[...] Dogmen aller Art eignen sich ganz besonders gut für selbstbezugslose Handlungsbegründungen.
So wertvoll und einsichtsreich diese Passagen auch sind: An Süfkes Artikel stört mich das unterschwellige Postulat vom grundsätzlich defekten Mann, während die Wünsche der Frauen an die Männer mehr oder weniger unhinterfragt bleiben.
[...] Es sollte am liebsten ein fürsorglicher, emotionaler und sensibler Mann sein, mit dem männlichen Charisma eines Georges Clooney. Ein ganzer Mann im wahrsten Sinne des Wortes.
[...] Einer, der das Halzhacken mit nacktem Oberkörper gern unterbricht, wenn die Frau aus dem Büro kommt, um bei einem Latte macchiato über ihren Arbeitstag zu sprechen.[...]
Sie will ja "nur" reden. Im Extremfall läuft es darauf hinaus, dass frau ihr halbes Leben damit verbringt, über das zu quasseln, was sie in der anderen Hälfte erlebt hat. Ist das eine effiziente Art, mit seiner knapp bemessenen Lebenszeit umzugehen?
Außerdem bringt sie den Ärger von der Arbeit mit nach Hause und belastet auch noch die Beziehung damit. Gedanklich ist sie noch gar nicht heimgekommen, sondern steckt noch im Büro fest, hat den Feierabend gewissermaßen noch vor sich. Und bringt sich ganz nebenbei um die Möglichkeit, im Hier und Jetzt mit ihrem Liebsten etwas zu erleben, das einen Ausgleich zum belastenden Büroalltag schaffen könnte. Vermutlich wird sie ihn später sogar anraunzen, wenn sie friert, weil er nicht genügend Brennholz gehackt hat. ;-)
Der "männliche Weg" mit dem Alltag umzugehen, ist nicht grundsätzlich besser oder schlechter als der "weiblich" - er ist zunächst einmal anders. Und trägt nicht nur pathologische Züge.
Wolf Schneider: Die neun Mythen der Esoterik
Wolf Schneider ist profiliertes Mitglied der Esoterik-Szene, u.a. als Herausgeber des Magazins "Connection". Um so beachtenswerter ist sein Rundumschlag, mit der er mit Dogmen und in der Szene allgemein akzeptierten "Wahrheiten" aufräumt, sie zumindest relativiert.
Im einzelnen rechnet er mit folgenden Mythen ab:
- Das Ego ist schlecht.
- Etwas oder jemanden zu bewerten ist schlecht.
- Das Herz ist besser als der Kopf.
- Der Geist ist mächtiger als die Materie.
- Es gibt ein Leben nach dem Tod.
- Loslassen ist besser als Festhalten.
- Wir erschaffen uns die Welt, die wir erleben.
- Postiv denken ist gut, spirituell und ganzheitlich.
- Alles ist eins, Vereinigung ist besser als Trennung.
Zwei Beispiele für seine Argumentationen. Zum ersten Punkt "Das Ego ist schlecht" schreibt Schneider:
Bereits in der buddistischen Lehre wird das Ego in Frage gestellt - und zwar fundamental. Kern der Vorstellung ist die These, dass es das Selbst gar nicht gibt; es ist unter allen Illusionen die Kernillusion. [...] Die Entdeckung der Identität gleicht in dieser Theorie dem Schälen einer Zwiebel: Mit dem Häuten der letzten Schale ist nichts mehr da, der Kern ist leer.
[...] Richtig am Mythos vom unheilbringenden Ego ist: Das Bewusstsein, ein separater Teil des Ganzen zu sein, ist eine, wenn nicht die wichtigste Quelle des menschlichen und zwischenmenschlichen Leidens.
Wer das Ego allerdings nicht nur als Illusion durchschauen, sondern es vernichten will, hat ein Problem: Er kämpft gegen seinen eigenen Schatten, den man bekanntlich nicht loswerden kann. Es ist ja immer das Ego selbst, welches das Ego vernichten will.
Ich nenne es einen Mythos [...], das Ego für unnütz zu halten oder in ihm sogar das Böse schlechthin zu sehen.[...]
Und zum achten Punkt, zum "Positiven Denken", erklärt er dem kaum noch staunenden Leser:
[...] Psychologisch gesehen ist das positive Denken vor allem eine Schattenverdrängung. Philosophisch gesehen ist es der Blick auf die Welt durch eine rosarote Brille - die Welt ist ja keineswegs so schön und gut, wie die Positivdenker sie gerne zeichnen.
Ist dieser Mythos wenigstens spirituell? Nein, denn Selbstbetrug ist nicht spirituell. Ist er ganzheitlich? Nein, denn der Schatten gehört mit zum Ganzen, ohne ihn ist man nicht vollständig.
Der Ursprung dieser Idee ist: Gute Worte bewirken Gutes. [...] Was man mit positiven Gedanken, Worten und Taten erreichen kann, ist wirklich erstaunlich: Da die Gedanken oft die Ursache von Worten, und Worte die von Taten sind, sollten wir auch die Wirksamkeit von Gedanken nicht unterschätzen. Erst recht dann nicht, wenn es um unser Innenleben und unserer Gesundheit geht, denn ist diesen Bereichen sind Gedanken besonders wirkungsvoll.
Also keine Totalabsage an die Mythen. Schneider hebt sie lediglich vom Thron absoluter Dogmen herab und stellt sie an die ihnen zustehenden Plätze.



18/03/2008, 09:53
Hallo Uwe,
danke für die lange, lange Abhandlung!
Ehrlich gesagt: Ich erkenne keinen grundsätzlichen Widerspruch zu den Aussagen von Wolf Schneider. Er hat sie lediglich zugespitzt und (den Erfordernissen des Mediums Zeitschrift entsprechend) verkürzt.
Hinzu kommt: Ich habe nur einen Auszug zitiert. Für mich entstand im Gesamtzusammenhang des Artikels keineswegs der Eindruck, Schneider stelle den Buddhismus in die modisch-esoterische Ecke.
In der Hoffnung, etwas Klarstellung bewirkt zu haben, verbleibe ich mit einem herzlichen
Gruß von Ego zu Ego
Ralf
10/03/2008, 15:15
Sorry, aber was herr schneider da zum "dogma" "ego schlecht" von sich gibt und das mit der buddhistischen sichtweise kombiniert ist schlicht humbug. Er (schneider) hat einfach nicht ordentlich über dieses in der buddhistischen lehre so ausführlich und exakt dargelegte thema gelesen oder gehört noch hat er es wirklich begriffen, was mit der "überwindung der ich-anhaftung" gemeint ist. Kein gelehrter der buddhistischen sicht der sautrantikas (und auch nicht die der cittamatra oder madyamika) würde die existenz eines relativen, in bezug auf die einzelnen komponenten (form, empfindung, unterscheidung, karmische einflüsse und bewusstsein)zu betrachtendes und somit vorhandenen ichs abstreiten. Ganz im gegenteil. Allerdings, was die absolute sichtweise betrifft gibt es dieses ich tatsächlich nicht. Wo auch? Das ich wie wir es wahrnehmen ist eben nur ein zusammengesetztes, von seinen einzelnen komponenten abhängig existierendes phänomen. Darum letztendlich vergänglich und nicht dauerhaft existent, ergo, etwas, das absolut gesehen nicht existiert. Problematisch ist, dass es ein hartnäckiger selbstläufer ist und sich für tatsächlich existent hält. In der madyamika schule wird dieses "ich" als das nichterkennen der leeren natur des geistes erklärt. Geist (wie man das nun mal eben konzeptuell so benennen mag) missversteht seine eigentlich leere natur und benennt diese als ein subjektiv empfundenes ich. Die vielfachen erscheinungen, die phänomene, die beständig im geist erscheinen, werden getrennt von diesem geist und so als objektive "andere" missinterpretiert. Dies nennt man schlichtweg die "fundamentale unwissenheit", mit der sich die wesen rumschlagen müssen. Sobald dann die anhaftung wie zum beispiel begierde ins spiel kommt, nimmt dies gestalt an in einer form, z. b. als menschliche geburt. Damit verfestigt sich der eindruck der ich-anhaftung noch stärker. Es gibt einen namen, z. B. schneider oder spille und die sache bekommt einen drall ins kreishafte. Wobei man schließlich im sogenannten kreislauf der existenzen angelangt ist.
Okay, das war jetzt fürwahr eine sehr kurze platte darlegung, wie die buddhistische lehre die ich-anhaftung definiert und auseinanderdröselt. Dürfte aber reichen, um aufzuzeigen, dass der buddhismus durchaus das vorhandensein eines ichs als relativ gesehen stimmig akzeptiert und nicht ablehnt. Es geht schlicht darum, die für andere schädlichen tendenzen der ichfixierung zu überwinden. Sonst würde der Buddhismus nicht beständig predigen, mitgefühl zu kultivieren. Und damit appeliert diese lehre ausdrücklich an das relative ich. Und nicht so sehr darum sich in nicht-ich aufzulösen.
Ich hoffe, damit ein wenig verständnis für ein hochkomplexes thema geweckt zu haben, das nicht so einfach in die esoterische ecke gestellt gehört. Buddhismus ist weiß gott keine Esoterik sondern eine erkenntniswissenschaft.
gruß
uwe spille