Ein facettenreiches Gefühl, dieser Neid!
Es zeigt mir, was ich gerne hätte. Aber auch, was ich mir nicht zu erlangen traue(erlaube?). Folglich sagt es mir etwas über meine Wünsche, aber auch über meine Werte (Neurosen?). Und über das, was ich verdränge und auf andere projiziere.

Neid tritt in zwei Formen auf: als Bewunderung und als Mißgunst.
Bei welcher Gelegenheit sich welche Ausprägung einstellt: auch das erzählt mir viel über mich.

Leider ist Neid auch eins der meisttabuisierten Gefühle. Wer gibt schon offen zu neidisch zu sein? Selbst wenn man es jemandem direkt auf den Kopf zusagt (selbst wenn derjenige gar nicht auf den Gesprächspartner neidisch ist), wird die Person es abstreiten.

Schade. Dabei kann man aus dem eigenen Neid so viel lernen.
Allerdings nur über sich selbst. Und selten Angenehmes.

Was ich glaube: Wer zu seinem Neid und seiner Eifersucht stehen kann, hat eine höhere Bewusstseinsstufe erklommen.